Hohe Temperaturen in den Klassenzimmern beeinträchtigen die Konzentration, die Leistungsfähigkeit und die Gesundheit von Schulkindern sowie Lehrpersonen massiv. Hitzewellen gehören in der Schweiz mittlerweile zum Sommeralltag. Aufgrund der zunehmenden Hitzetage und Tropennächte finden der Unterricht und die schulischen Tagesstrukturen immer häufiger unter starker Wärmebelastung statt.

Überhitzte Schulräume sind dabei kein reines Komfortproblem. Sie gefährden das Wohlbefinden und mindern den Lernerfolg erheblich. Im Rahmen seiner Fürsorge- und Schutzpflicht muss der Gemeinderat Schulgebäude sowie deren Aussenbereiche so gestalten und bewirtschaften, dass ein gesundes, sicheres und produktives Lernen und Arbeiten auch bei extremen Aussentemperaturen gewährleistet ist.

Der Verband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) fordert wirksamere Massnahmen gegen Hitze an Schulen (siehe Positionspapier1 2605_LCH_Positionspapier_Hitzeschutz_an_Schulen.pdf)

 

Fragen an den Gemeinderat

Vor diesem Hintergrund bitten wir den Gemeinderat um die Beantwortung der folgenden Fragen:

  1. Welche Dienststelle beziehungsweise welches Departement trägt in der Gemeinde Emmen die Verantwortung dafür, dass gesundheitsrelevante Temperatur-Richtwerte im Schulbetrieb (wie die SECO-Empfehlung von maximal 26 °C) eingehalten werden?
  2. Auf welcher Datengrundlage beurteilt der Gemeinderat die aktuelle Hitzebelastung an den Emmer Schulen? Werden hierzu systematische Temperaturmessungen oder andere Erhebungen durchgeführt?
  3. Sind die bestehenden Schulbauten der Gemeinde Emmen ausreichend auf die zunehmenden und länger andauernden Hitzeperioden vorbereitet?
  4. An welchen Schulstandorten sieht der Gemeinderat den dringlichsten Handlungsbedarf? Welche konkreten – auch kurzfristig realisierbaren – Massnahmen sind geplant oder werden geprüft, um die Schulgebäude widerstandsfähiger gegen extreme Hitze zu machen? (z. B. in den Bereichen Lüftungs- und Kühlsysteme, natürliche Ventilation, Sonnenschutzvorrichtungen, Beschattung von Aussenräumen oder bauliche Massnahmen gegen Überhitzung)
  5. Verfügt die Gemeinde Emmen über eine umfassende Hitzeschutzstrategie für Schulen und die schulische Tagesstruktur? Falls nein: Ist die Ausarbeitung einer solchen Strategie vorgesehen?
  6. Welche verbindlichen Richtlinien, Empfehlungen oder Weisungen existieren für Lehrpersonen und Schulleitungen zum Umgang mit extremer Hitze, um die Gesundheit der Schülerinnen, Schüler und Mitarbeitenden effektiv zu schützen?
  7. Inwiefern wird bei Neubauten und Umbauten bereits in der Planung ein ganzheitliches Konzept für den Wärmehaushalt berücksichtigt?

 

Es sollte nicht nur darum gehen, Gebäude im Winter möglichst effizient zu beheizen, sondern ebenso darum, wie die Wärme im Sommer draussen gehalten und die Räume auch bei zunehmenden Hitzetagen möglichst lange kühl gehalten werden können.

Wenn wir heute Schulhäuser planen oder sanieren, sollte deshalb der sommerliche Wärmeschutz genauso selbstverständlich mitgedacht werden wie die Energieeffizienz im Winter.

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