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Ja zum Ausbau der Zentralbahn, aber... andere öV-Projekte nicht vergessen

Archiv: 24. Januar 2008

Der Doppelspurausbau und die Tieferlegung der Zentralbahn kosten viel Geld: gesamthaft 250 Millionen Franken. Zwar subventioniert der Bund das Projekt mit 120 Millionen, und die Kantone Ob- und Nidwalden sowie die Stadt Luzern beteiligen sich ebenfalls an den Kosten. Trotzdem bleibt für den Kanton Luzern ein happiger Betrag von 68 Millionen.

von Patrick Graf, alt Kantonsrat Grüne, Emmenbrücke

Der Kostenverteiler zwischen den Kantonen wurde denn auch quer durch alle Parteien kritisiert: Ob- und Nidwalden kommen mit bescheidenen 15 und 23 Millionen sehr günstig davon, obwohl diese «Steuerdrücker-Kantone» vom Projekt stark profitieren. Aber mehr liegt offenbar nicht drin, und wir haben nur die Wahl, den Kostenverteiler so zu akzeptieren oder das Projekt ganz zu begraben.

Und dies kommt nicht in Frage. Das Geld ist nämlich eine sinnvolle Investition, die vielerlei Nutzen bringt:
  • Sie ermöglicht den Ausbau des Bahnangebots von und nach Horw, Obwalden und Nidwalden und erhöht so die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs in der Region. Damit soll das Verkehrswachstum auf der Schiene abgewickelt und eine weitere Zunahme des Autoverkehrs vermieden werden.
  • DerAusbau verbessert damit nicht nur das Angebot für die Bevölkerung, sondern ist auch eine Investition für einen etwas nachhaltigeren Verkehr.
  • Besonders wichtig ist die Erschliessung der Allmend mit einem attraktiven Bahnhof. Dies gilt für die heutige Allmend und erst recht, falls die geplanten Grossprojekte mit Stadion, Hallenbad, neuen Messehallen, Wohntürmen etc. realisiert werden.
  • Wichtig sind auch die Entlastung der Anwohner vom Bahnlärm und die Nutzung des frei werdenden Trassees als neue Radverbindungen.
  • Nicht unbedingt der wichtigste Grund ist dagegen die Aufhebung der vier Bahnübergänge. Positiv dabei ist aber die wegfallende Behinderung der Buslinien von und nach Horw. Und dank der Aufhebung der Bahnübergänge wird immerhin ein Teil des Projektes aus der kantonalen Strassenkasse mitfinanziert.

Auch in Zukunft dranbleiben
Mit der Zustimmung zum Zentralbahnprojekt sind diese Ziele noch nicht erreicht. Damit das Projekt und das investierte Geld ihren Zweck wirklich erfüllen können, müssen wir auch in Zukunft dranbleiben.

So müssen die drei betroffenen Kantone die notwendigen Gelder für eine klare Verbesserung des Bahnangebotes zur Verfügung stellen. Sonst würde der Ausbau der Zentralbahn doch noch zur Fehlinvestition.

Noch wichtiger und dringender als die Tieferlegung der Zentralbahn sind zudem andere Bahnprojekte: Der Doppelspur-Ausbau am Rotsee und eine neue Bahnhofzufahrt nach Luzern. In der Freude über den Ausbau der Zentralbahn dürfen diese Projekte nicht vergessen und auf die lange Bank geschoben werden. Sie müssen kommen - und zwar nicht erst in zwanzig Jahren! Und das heisst, dass sich der Kanton an der Finanzierung beteiligen und endlich die notwendigen Gelder bereitstellen muss.

Das Motto heisst also: Ja zum Ausbau der Zentralbahn - aber die anderen öV-Projekte deswegen nicht vernachlässigen.

Abstimmungsparole
Ausbau der Zentralbahn in Luzern, Nidwalden und Obwalden: JA